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Dorothea Schlegel

Draußen so heller Sonnenschein...

Draußen so heller Sonnenschein,
Alter Mann, laß mich hinaus!
Ich kann jetzt nicht geduldig sein,
Lernen und bleiben zu Haus.

Mit lustigem Trompetenklang
Ziehet die Reuterschar dort,
Mir ist im Zimmer hier so bang,
Alter Mann, laß mich doch fort!

  Er bleibt ungerührt,
  Er hört mich nicht:
  »Erlaubt wird, was dir gebührt,
  Tust du erst deine Pflicht!«

Pflicht ist des Alten streng Gebot;
Ach, armes Kind! du kennst sie nicht,
Du fühlst nur ungerechte Not,
Und Tränen netzen dein Gesicht.

Wenn es dann längst vorüber ist,
Wonach du trugst Verlangen,
Dann gönnt man dir zu spät die Frist,
Wenn Klang und Schein vergangen!

    Was du gewähnt,
    Wonach dich gesehnt,
    Das findest du nicht:
    Doch bleibt betränt
    Noch lang dein Gesicht.

Dorothea Schlegel

11.5.11 21:39


Chevelle - Closure

Heute möchte ich gerne die Lyrics von Chevelle's "Closure" posten. Zu diesem Lied gibt es auch eine Geschichte.

Chevelle sind eine der gemeinsamen Lieblingsbands meines Tanzpartners und mir - daher haben wir eben zu "Closure" damals eine Choreografie erarbeitet. Ich hatte die CD nach dem Training im Tanzstudio vergessen und als wir einen Tag später kamen war sie weg.

Heute Morgen fand ich dann eine wunderschöne Überraschung im Briefkasten vor! Man kann es sich denken: Genau eben diese CD, "Wonder what's next", auf der "Closure" vertreten ist! Mein Tanzpartner war demletzt in FFM in einem Laden, der CD- und DVD-Restposten verkauft und sah die CD und hat sie mir geschenkt/geschickt!

Jetzt höre ich schon seit gut einer Stunde immer wieder das gleiche Lied und bin es noch längst nicht überdrüssig!
Leider habe ich keinen Videolink dazu finden können, aber sicherlich kann man es sich auf last.fm anhören!

... und PS: Ich glaube, sobald ich mich wieder ungestört dem Gitarrespielen widmen kann, werde ich es covern!

 

 

 

Breathe, trust, bless me and release,
Climb, hard or never be seen.
Closed off, rescue to breathe.
Just bless me.

Two sided time,
Your rebirth can't hurt,
Branch out behind, the pain.

Closure has come to me myself,
You will never belong to me.
Closure has come to me myself,
You will never belong to me.

Had to to turn, lay down,
Your sting of disease.
Phase you out, should've seen this coming.
Go on confusing the soul,
Hold my breath 'til you rupture.

Three days aside,
Your rebirth can't hurt,
Branch out behind, pride.

Closure has come to me myself,
You will never belong to me.
Closure has come to me myself,
You will never belong to me.

Like a leach,
I hold on as if we belonged,
To some precious pure dream.
Cast off, you've seen what's beneath,
Now fail me.

Forget closure,
Forget closure,
Forget closure,
Forget closure.

Closure has come to me myself,
You will never belong to me.
Closure has come to me myself,
You will never belong to me.
So breathe.

11.5.11 12:21


Dir en Grey - Undecided Übersetzung

Undecided - ein traumhaftes Lied aus der Feder von Kyo! Von den Balladen DEFINITIV meine liebste, da mich die unglaubliche Harmonie von Gesang und Gitarre mitten ins Herz trifft! Nun habe ich es nach einem halben Jahr endlich geschafft mich aufzurappeln und die Übersetzung zu vollenden!

Sie ist sehr frei, da mein Japanisch nicht sonderlich gut ist, doch ich denke, dass ich die fesselnde Stimmung gut in meine Worte transformiert habe.

 Ich verbinde mit diesem Lied auch eine sehr schöne Zeit in meinem Leben und widme dies meinem geliebten Nick!

Undecided

詩: 京
曲: Die

背を向けた二人には 居場所など無くて
激しく振る雨さえ 音は聞こえず
背を向けて歩いてく 二人のゆく場所
足跡が一つ消え また一つ消え

離れない離れたく無いけど
君の言葉が心に深く突き刺さる ほら
離れない離れたく無いけど
波で消えてゆく君の足跡又一つずつ

僕を想い出に変え 新しい海へ
幸せを心から 願うよ君へ
涙の向う側に 幸せはあるの
涙の向う側に 君はいないさ

離れない離れたく無いけど
君の言葉が心に深く突き刺さる ほら
離れない離れたく無いけど
波で消えてゆく君の足跡又一つずつ

春夏秋冬の季節と
遅すぎるけどもう一度ほら 手を繋ぎたい
春夏秋冬の季節が
いつかの出逢い いつかの別れ君との出逢い

 

Die Beiden, die sich voneinander abwandten, haben keinen Ort an den sie gehen können
Noch nicht einmal können sie den Klang des schwer fallenden Regens hören
Sich voneinander abgewandt gehen sie an einen Ort an den sie es treibt
Ihre Fußspuren verwischen, eine nach der anderen

Verwandle mich in eine Erinnerung und wende dich neuen Ozeanen zu
Von Herzen wünsche ich dir Freude
Es gibt Freude hinter den Tränen,
doch hinter den Tränen gibt es kein Dich

Wir werden nicht außeinander gerissen werden,
Ich will nicht, dass wir außeinander gerissen werden,
doch deine Worte liegen schwer auf meinem Herzen, verstehst du nicht?
Wir werden nicht außeinander gerissen werden,
Ich will nicht, dass wir außeinander gerissen werden,
doch die Wellen verwischen deine Fußspuren, eine nach der anderen

Mit dem Jahresreigen
Es ist zu spät, doch ich möchte noch einmal deine Hand halten
Frühling, Sommer, Herbst, Winter und so weiter
Sich einst treffen, sich einst trennen, sich mit dir zusammen tun.

10.5.11 19:05


Ressentiment

Ich offenbarte dir
alles was ich hatt',
so vertraut warst du mir
nach einer flüchtigen Nacht.

Mit Selbstverständlichkeit und Hingab'
hab ich dir mein Innerstes vermacht,
trotz meines Herzens verzweifelter Klag',
trotz einem aufkeimenden Verdacht.

Mit einem Wimpernschlag,
ganz unverhofft,
kam sogleich die Gräueltat.

Hast Ideale mir genommen,
Inschriften auf Stein geklopft,
etwas zertrümmert was hat nie begonnen.

10.5.11 14:13


Da

Ich vermag nicht zu sagen was
du für mich bist.

Doch du bist da.

Du beschwörst ein sinisteres
Wohlgefühl in mir herauf.

Denn du bist da.

Selbst wenn du meine Welt
in Dunkelheit stürzt.

Du bist da.

Keine Sekunde bereue ich
mein gebrochenes Herz.

Schließlich bist du da.

Tiefer und tiefer klafft die
Wunde in meiner Seele - doch

Hauptsache du bist da!

5.3.11 13:06


Epigenom

Für Psychologie mussten wir einen wirklich sehr interessanten Text als Hausarbeit zusammenfassen. Hier ist mein doch ganz ordentliches Ergebnis, welches mit 100 % bewertet wurde <3

 

In dem Artikel “Der Über-Code”, welcher aus der Feder von Ethan Watters stammt und in einer Ausgabe des GEO Magazins im Jahr 2007 publiziert wurde, geht es um die sogenannte Epigenetik, einem Forschungsgebiet der Molekularbiologie.

Die Epigenetik ist aufgrund ihrer zahlreichen neuen Erkenntnisse allerdings auch zu einem Interessengebiet der Psychologie avanciert, da sie belegt dass unsere Gene kein feststehendes Gebilde sind, sondern kontinuierlich und zu jeder Lebenszeit durch das Einwirken äußerer Einflüsse verändert werden können.

Wie funktioniert das Epigenom?

Es beginnt alles mit der DNS. Unser Körper funktioniert nach einem bestimmten Bauplan nach dem alle Zellen in den unterschiedlichen Organen die gleiche genetische Information enthalten, allerdings für sie spezifische Befehle von Steuerungsgenen empfangen, die ihnen sagen was sie zu tun haben. Jedoch kann es passieren, dass durch Einflüsse der Umwelt  oder künstlich bedingt an die DNS Proteine angehängt werden, was es dem Enzym erleichtert die Informationen zu entschlüsseln oder es kann auch passieren, dass etwas codiert wird und den Leseprozess durch das Enzym vereitelt.

Dadurch entsteht das Stoffwechselmuster für die jeweilige Zelle, da diese sich die Abläufe “merkt”.
Man hat herausgefunden, dass die epigenetischen Marker nicht in der DNS sitzen, sondern auf ihr; entweder tauchen sie als chemische Anhängsel auf oder sind auf der Hülle der DNS verteilt. Man kann sie sich wie Schalter vorstellen, durch die DNS aktiviert oder deaktiviert werden kann. Das Epigenom (= Gesamtheit aller epigenetischen Marker) spielt bei der gesunden Entwicklung eines Organismus eine ebenso tragende Rolle wie die DNS selbst - allerdings ist es durch Umwelteinwirkung leichter veränderbar als unsere Gene. Man kann also gewisse Gene auf-  aber auch abdecken.

Bezogen auf die Psychologie sind die Entdeckungen der Epigenetik schockierend, da sie alle bisherigen Normen in Frage stellen, z. B. die vorherrschende Vorstellung der Identität.

“Die Gene sind unser Schicksal” - oder auch nicht

Bisher ging man von der Annahme aus, dass unser Verhalten und Aussehen, selbst unsere Krankheitsrisiken auf unsere Gene zurückzuführen seien. Doch die Epigenetik belehrt uns eines Besseren. Sie führt uns vor Augen, dass sich DNS auch noch postnatal und sogar im Erwachsenenstadium, also ein ganzes Leben lang, verändern lässt. Dass eine Veränderung der Buchstabenfolge der DNS in Sperma- und Eizellen durch starke Umwelteinflüsse bedingt sein kann (wie z. B.durch starke Bestrahlung) und ihre Spuren bei der nachfolgenden Generation hinterlässt, ist Biologen schon lange bekannt. Doch dass auch Kleinigkeiten wie Ernährung, Vitamine, Kontakt mit Giftstoff oder mehr mütterliche Fürsorge einschneidende Wirkung auf einen Organismus und dessen weitreichende Nachfahren haben können, ist eine neue Erkenntnis.

Randy Jirtles Agouti-Mäuse

Jirtle hat ein Experiment mit Agouti-Mäusen gemacht, die von Natur aus gelb, dick und krankheitsanfällig sind. Durch eine simple Umstellung in der Ernährung zwei Wochen vor der Paarung und während der Schwangerschaft der Nagermutter wurde der Wurf zum größten Teil mit braunem Fell geboren, war schlank und fit bis ins hohe Alter - das Agouti-Gen wurde also lediglich durch eine spezielle Diät ausgeschaltet.
Die Stoffe im Futtermittel haben also bestimmte Bereiche der DNS “versperrt” und “unleserlich” gemacht und so den Ausbruch des Agouti-Gens vereitelt ohne dabei einen Buchstaben im Erbgut zu verändern.
Auch Ignatia Van den Veyver spricht sich für eine spezielle Methylierungs-Diät aus. Stoffe, die für diese Diät aufgrund ihrer krebshemmenden Stoffe von essentieller Bedeutung sind, kann man in grünem Tee oder Sojabohnen finden

Michael Meaneys Ratten

Ein anderes Experiment, das von Michael Meaney, ist der Beleg dafür, dass die Epigenetik sogar auf das Verhalten zugreifen kann und es auch im höherem Alter noch veränderlich ist.
Er verglich liebevoll von ihren Müttern umsorgte Nager mit Tieren, die von der Mutter abgewiesen wurden. Die verhätschelten Tiere entpuppten sich später als ruhig und mutig, wohingegen die vernachlässigten Jungen sich zu ängstlichen Erwachsenen entwickelten.
Normalerweise wäre die Begründung hierzu, dass dieses Verhalten von den Müttern erlernt wurde - das Ablecken wurde in Beziehung mit Nervenbahnen für ruhiges und mutiges Verhalten gebracht. Bei der Untersuchung des Hippocampus (der Hirnregion die beim Lernen und Erinnern wichtig ist) wurden jedoch Unterschiede in dieser Region festgestellt, die sich in einer Abweichung im Methylierungsmuster der DNS äußerten. Ein entscheidendes Gen war ausgestellt, was zu einer Unterentwicklung des Hippocampus und damit einhergehend zu einem höheren Vorkommen an Stresshormonen führte.
Fazit: Das Ablecken wirkte sich also auf das Epigenom aus.

Meaneys Team gelang sogar die Umkehrung dieses Zustands, was laut Meaney die wichtige Rolle der Umweilt bei der Entwicklung eines Lebewesens verdeutlicht.

Ängstliche Jungen  Þ Verabreichung von Trichostatin  Þ wurden stressresistenter

Mutige Jungen       Þ Verabreichung von L-Methionin  Þ wurden zaghafter

Dies wäre also der Beweis für die nachträgliche und lebenslängliche Möglichkeit der Formbarkeit des Epigenoms.

Nun will das Team um Meaney dieses Verfahren auf den menschlichen Organismus übertragen, was sich allerdings als etwas komplexer gestaltet, da mehr soziale Einflüsse zum Tragen kommen.
Probanden sind hunderte menschliche Babys. Als Vergleichsgruppe fungieren Sprösslinge von als schwer depressiv eingestuften Müttern, die sich aufgrund ihrer Erkrankung nicht mit der nötigen Fürsorge ihres Nachwuchses annehmen und damit keine Verbindung aufbauen können. Man fokussiert sich hierbei auf den Einfluss den sowohl Ernährung als auch Pflege und Umwelt kurz nach der Zeit der Geburt auf den jungen Organismus nehmen. Das Ziel besteht im Herausfinden welche Anomalien im Gehirn bestehen, die auf epigenetische Differenzen zurückgehen.

Umwelt kommt zum Einsatz

Eineiige Zwillinge sind für das Gebiet der Epigenetik besonders interessant, da sie die gleichen Anlagen haben, aber sich im Laufe der Zeit immer weiter auseinanderentwickeln und zu zwei selbstständigen sich unterscheidenden Idividuuen formen.
Manel Esteller hat belegt, dass das epigenetische Muster von Geschwisterpaaren immer mehr differenzierte, je älter sie wurden und je mehr die Lebensstile sich unterschieden und je weniger Zeit die Geschwister miteinander verbrachten. Die vorherrschende These, dass wir eben so geborgen sind,  wird damit über den Haufen geworfen, denn selbst bei gleichen Genen besteht ein Unterschied in der Genaktivität und damit in den Eigenschaften - je nach persönlichem Erfahrungswert und anderen Umwelteinflüssen, die auf das Individuum wirken wird es sich entwickeln.


Epigenetik in der Pharmazie

Moshe Szyf, Pharmakologe, wurde lange von Kollegen belächelt wenn er seine These vorbrachte, dass epigenetische Marker z. B. mit Krebs in Verbindung stehen.
Es gelang ihm nachzuweisen, dass wenn Gene, die die Zellteilung kontrollieren, abgeschaltet werden, Krebs entsteht. Szyf gelang es das Enzym und damit den Krebs zu blockieren.
Umgekehrt ist dieser Prozess auch möglich. Ein DNS-Abschnitt, der normalerweise methyliert, also “abgeschaltet” ist, kann “angeschaltet” werden. Um eventuelle Enzyme anzuschalten, die der Körper von Natur aus bietet um sich zu schützen, kann mit Medikamenten nachgeholfen werden, da sich epigenetische Veränderungen - im Gegensatz zu genetischen - rückgängig machen lassen.
Zur Zeit befinden sich zahlreiche Präparate in Entwicklung, welche allerdings wegen der Komplexität des menschlichen Organismus Zeit benötigen, da sich ALLE Zellen im Körper voneinander unterscheiden.

Allerdings sieht man auch Nachteile im pharmazeutischen Sektor. Es könnte gut möglich sein, dass wir durch Medikamente schon längst unterbewusst unser Epigenom beeinflusst haben.
Z. B. enthalten Vitaminpräparate, die man Schwangeren zur Vorbeugung von Missbildungen ihrer Ungeborenen empfiehlt die gleichen Stoffe wie das Futter von Jirtles Mäusen. Darüberhinaus ist jedes Getreideprodukt der USA mit Folsäure angereichert, welche ein berühmter Lieferant von Methylgruppen ist. Dies birgt eine große Gefahrenquelle, da niemand weiß wo sich die “Lesesperren” im Erbgut von Ungeborenen festsetzen. Darum stellen sich folgende Fragen:
- Erhöhten frei käufliche Präparate das Krebsrisiko?
- Haben sie Depressionen gefördert?
- Haben sie das Aufkommen von Alzheimer oder Schizophrenie begünstigt?


Vererbung

Vor der genaueren Erforschung der Epigenetik und deren Einfluss auf die Veränderung unserer Anlagen ging man davon aus, dass laut der Evolutionstheorie eine Mutation dadurch aufkommt, dass sich das Lebewesen einen Überlebensvorteil verschaffen will um in der Welt besser zurecht zu kommen. Doch nun hat man festgestellt, dass epigenetische Marker nicht nur auf die unmittelbaren Nachkommen vererbt werden, sondern noch weiter reichende Generationen betreffen können.
Rattenmännchen, die mit einer hohen Dosis von Anti-Pilzmittel in Berührung kamen hatten weniger Spermien. Die Überraschung waren die darauffolgenden Generationen: auch Enkel produzierten nur eine geringe Menge an Spermien, obwohl keine Veränderung in der DNS vorlag. Das gleiche Phänomen trat bei deren Kindern auf.

Marcus Pembrey und Lars Olov Bugren haben Aufzeichnungen von einer Stadt Nordschwedens studiert, die bis 1890 zurückreichen und Ähnliches bei Menschen festgestellt. Männer, deren Kindheit in die Zeit des Überflusses gefallen war hatten Enkel, die zu Diabetes neigten und daher auch früher starben - jedoch betraf dies NUR die männlichen Nachkömmlinge.
Auf Seiten der Frauen waren die Enkelinnen betroffen deren Großmütter väterlicherseits einen üppigen Lebensstil führen konnten.
Die Vererbung hängt also
a) vom Timing ab in dem die erste Generation im Überfluss lebte und
b) ist geschlechtsspezifischer Natur.
So nimmt Pembrey an, dass sich die epigenetischen Spuren auf den X- und Y-Chromosomen ansiedeln.

Folgen der Epigenetik für die Sozialpolitik (lt. Meaney)

Durch Umweltfaktoren wie Armut, Leben in zerrütteten Verhältnissen oder Dauerstreit wird die junge Eltern-Kind-Bindung gestört und somit die kognitive/wahrnehmende Entwicklung der Kinder beeinträchtigt. Nun stellt sich die Frage inwiefern sich diese Störung auch noch auf die nachfolgenden Generationen dieser Kinder ausdehnen wird. Lawrence Harper ist der Meinung, dass unser epigenetisches Erbe Persönlichkeitsmerkmale beeinflusst (z. B. Temperament oder Intelligenz) und sieht dies  eng mit dem Epigenom verwoben. Er nimmt an, dass daher die Folgen durch Krieg, Hungersnot, etc. womöglich noch einige Generationen über in unseren Genen verankert bleiben werden.


Epigenetik sollte also ein neues Verantwortungsbewusstsein in uns wecken, denn was wir heute essen, trinken oder rauchen wird unsere Nachkommen generationenübergreifend genauso prägen wie die Erlebnisse und Erfahrungen, die wir machen.
Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollten wir mit Bedacht vorgehen um unser Erbgut nicht zu schädigen und bei unseren Kindern und Kindeskindern z. B. das Krebsrisiko nicht zu steigern.

Denn unsere Gene sind nicht nur vererbt, sondern zu einem großen Teil auch lebenslänglich durch Umwelteinflüsse veränderbar - seien es simple Einwirkungen wie Ernährung oder gravierendere wie persönliche Erfahrungen. Wir haben nun die Möglichkeit darauf einzuwirken und sind nicht mehr machtloser Sklave der Erbanlagen, die uns von unseren Vorfahren vermacht wurden.

Wo unsere Entwicklung hinführt liegt auch ein Stück in der Wahl der Umgebung in der wir uns bewegen und auch hier können wir selbst lenken wo wir stehen möchten.

15.10.10 12:56


Das Fenstertheater - näher beleuchtet

Das Fenster-Theater


1.

Der Text „Das Fenster-Theater“ parodiert die ernste, starr-strukturierte Welt der Erwachsenen. Er richtet sich an alle, die sich selbst und ihr Leben zu ernst nehmen und soll ihnen eine Anregung sein, über ihre vier Wände hinaus zu sehen, zu erkennen dass nicht immer alles schwarz-weiß sein muss und ab und an ihre Konformität abzulegen – denn etwas Infantilismus kann das Leben durchaus bunter und einfacher gestalten.


Das Fenster-Theater“ handelt von einer Frau, die in ihrer Tristesse einen alten Mann im Haus gegenüber beobachtet, der durch Gestik und Mimik mit ihr zu kommunizieren versucht. Zunächst erfreut sie sich daran, doch je skurriler die Bemühungen des vermeintlichen Versuchs der Kontaktaufnahme werden, desto bedrohter fühlt sie sich, bis sie sich schließlich an die Polizei wendet.



2.

Die Wiedergabe und das Vorantreiben der Handlung werden ausschließlich vom auktorialen Erzähler übernommen. Der Erzähler setzt uns sowohl über äußere als auch über innere Vorgänge in Kenntnis. Er berichtet beispielsweise unvoreingenommen über Handlungen der Personen, aber auch über die inneren Gefühlsregungen der Frau, oder impliziert eben diese durch Beschreibung physischer Ereignisse (z. B. als sie die Polizei ruft, was verdeutlicht, dass sie sich durch Mimik und Gestik des Alten bedroht und beunruhigt fühlt).


Durch den parataktischen Satzbau wird am Anfang des Textes durch das schnelle Voranschreiten der Handlung ein Spannungsaufbau erzielt, der dem Leser Lust auf mehr macht und dessen Interesse weckt. Im Text verteilt werden immer wieder Elemente eingebaut, die die Neugier aufrecht erhalten. Bei der Beschreibung der Handlungen des Alten allerdings, verlässt sich der Autor auf einen zeitdehnenden Erzählstil, um dem Leser dessen Aktivitäten minutiös zu schildern. Man ist als Leser gefesselt, da man sich zum einen fragt was er sich nun als nächstes ausdenken mag, zum anderen wissen möchte welche Motivation ihn zu seinem Verhalten veranlasst.


Der Verfasser ermöglicht es dem Leser gleich zu Beginn des Textes ansatzweise erahnen zu können welche charakterlichen Eigenschaften der Protagonistin zugeordnet werden können, obwohl der Text in medias res beginnt und uns also im Vorab weder Informationen über die Frau, noch in welcher Relation sie zu dem alten Mann steht, bekannt sind. Dadurch, dass der Autor auf eine stark adjektivisch fokussierte Beschreibung zurückgreift, zeichnet sich in der Phantasie des Lesers ein genaues Bild der Situation, Stimmung, sowie der Personen. Das Erzeugen des Stimmungsraumes in den Zeilen 4 bis 7 deutet beispielsweise an, dass das Leben der weiblichen Hauptfigur nicht gerade von Frohsinn und Heiterkeit geprägt ist. Niemand, der mit sich selbst und seiner Umwelt im Reinen ist würde es als Wohltat betrachten vor seinem Haus umgefahren zu werden.


Sie ist also verbittert, unglücklich und hat jegliche Fähigkeit zur positiven Reaktion verlernt. Durch den kurzen Umschwung von der äußeren in die innere Handlung in Zeile 13, anhand des Gedankenberichts „Meint er mich?“, wird deutlich, dass sie zudem an keinerlei Interaktion mit Mitmenschen mehr gewohnt ist und total zurückgezogen lebt. Ihr Dahinvegetieren richtet sich nach einem starren Muster, verläuft immer in gleichen Bahnen und sobald etwas eintritt, was ihrem Werte- und Handlungssystem widerspricht, verstört sie das. Sie ist bestens über Vorkommnisse in ihrem engen Umfeld im Bilde, weiß genau wann die Prozession die Kirche verlässt oder wann die Werkstatt, die sich unten im Haus befindet, schließt.


So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie sich bereits an Kleinigkeiten stört. Zum Beispiel in Zeile 8, als der Alte bei sich das Licht anschaltet. Das Licht fungiert nicht bloß als Raumsymbol, das die helle, frohe Welt des alten Mannes mit der ihrigen düsteren im Kontrast setzt (Licht und Schatten), sondern zeigt auch ihre Eingefahrenheit in bestimmte Abläufe und Muster. Da es noch taghell ist stellt die synthetische Beleuchtung eines Raumes für sie etwas Störendes da, das man ihrer Ansicht nach normalerweise eben nicht tut. Ein weiterer Beleg für diese Einstellung lässt sich in der Art finden wie die Frau den Alten beobachtet - mit einer Mischung aus Faszination und Ungläubigkeit. Dies ist ein weiterer Verstoß gegen ihr Geflecht aus starren Verhaltensmustern, den der alte Mann begeht, weil ein Mann seines Alters ein solch unreifes, seltsames Verhalten nicht an den Tag legen sollte, es ist unnatürlich. Ihr fehlt jegliche Sensibilität um in diesem Gebaren einen Unterhaltungswert zu erkennen, sie ist dafür bereits viel zu abgestumpft.

Obwohl der Autor mehr über den Alten als über die Frau preis gibt, kristallisiert sich eine klarere charakterliche Struktur der Frau heraus, wohingegen Wesen und Intentionen des Alten bis zum Ende hin unklar bleiben.


Die Erschaffung der beiden konträren Stimmungsräume zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Text und verschafft dem Leser, gepaart mit der einfachen Sprachgestaltung, einen guten Überblick und die Möglichkeit einer klaren Trennung zwischen dem Lebensraum der Frau und dem des alten Mannes.

Erst nachdem die Polizei eingetroffen ist verlässt die Frau ihren Lebens- und damit auch den vorherrschenden Handlungsraum, also ihre Wohnung, sogar ihr Haus, um die Gesetzeshüter dabei zu begleiten wie sie in den Lebensraum des Alten gewaltsam eindringen.

Kurz bevor sie ihren Lebensraum verlässt tritt in Zeile 43 bis 44 das Lachen erstmals in den Mittelpunkt. Das Lachen wird sozusagen materialisiert und zu etwas Greifbarem gemacht. Der Alte hält es in der hohlen Hand, um es dann zu ihr hinüber zu werfen.


Als die Truppe bestehend aus Frau und den Herren in Grün sich in der Wohnung des Alten befinden wird der Grund für das Verhalten des Alten ersichtlich: Er kommuniziert nonverbal mit einem kleinen Jungen, der mit seiner Familie in die Wohnung über der Frau gezogen ist. Dies ist ein weiterer Beleg für die Isolation in die sich die Frau selbst manövriert hat, da sie zu sehr damit beschäftigt war die negativen Aspekte an sich selbst und ihrem Leben zu suchen, als dass sie die neue Partei im Haus bemerkt hätte.


Die Geschichte findet ihren Höhepunkt in den letzten beiden Zeilen, in denen das Lachen ein weiteres Mal in den Mittelpunkt gerückt wird. Der kleine Junge wirft es mit aller Kraft den Wachleuten ins Gesicht. Durch den Ausdruck „mit aller Kraft“ wird teils die Wut des Kleinen über die Störung ihres Spiels verdeutlicht, aber auch der dringende Bedarf des Lachens seitens der Polizei. Der Junge empfindet sie als zu ernst und ist der Meinung, dass diese es dringend benötigten. Das Werfen des Lachens ist ein Ausdruck des Spottes, den der kleine Junge für die Erwachsenen übrig hat, die sich selbst zu wichtig nehmen und jeglichen Bezug zu Spaß und Kindereien verloren haben. Sie sehen in allem gleich das Schlimmste und es war schier unvorstellbar für diese gefühlskalte Gemeinschaft der Erwachsenen in der Handlung des Alten ein harmloses, kindliches Spiel zu erkennen.




Mit „Das Fenster-Theater“ wird ein nicht selten emergentes Problem in unserer heutigen Gesellschaft angesprochen. Der gesellschaftspolitische Aspekt besteht darin, dass jeder in seinem eigenen Kasten lebt, der sowohl die Grenzen des psychischen als auch des physischen Horizonts zieht. Jeder Mensch gehorcht einem gewissen stereotypen Muster an Werten und Weltanschauung und begegnet Personen, die ein von der allgemeinen Norm abweichendes Auftreten oder Erscheinen wählen mit Argwohn und Ablehnung – wenn nicht sogar mit Abscheu und Verachtung. Die Frau fungiert als gutes Beispiel dafür, dass wir Menschen so veranlagt sind, dass wir eben diese aus der Reihe fallenden Phänomene interessant finden, diese jedoch lieber mit einem gewissen Abstand betrachten und oft selbst nicht dazu in der Lage sind unsere Gefühle diesbezüglich zu kategorisieren. Zwar ist das Verhalten des Mannes für die Frau geradezu ein Unding, doch trotzdem will es ihr nicht gelingen den Blick von ihm abzuwenden. Ich finde auch das Erwähnen der Menschentraube, welche sich als Konsequenz aus der Polizeipräsenz ergeben hat, für diesen Aspekt sehr signifikant. Es verdeutlicht den natürlichen Drang zum Voyeurismus der Menschen und des Interesses sich vom eigenen Leben etwas extrahieren zu können. Vor allem als dann auch noch erwähnt wird, dass einige sogar so dreist waren bis in den letzten Stock mitzukommen, lässt sich das Verlangen nach dem Elend der anderen zum eigenen Zeitvertreib gut erkennen.


Aus psychoanalytischer Sicht ist die Beleuchtung der Geschichte auch nicht uninteressant, da sie sich teilweise mit der rezeptions- und wirkungsbezogenen Ebene vermischt. Das Verhalten der Frau lässt sich sicherlich auf einige negative Erfahrungen mit der Gesellschaft zurückführen. Eventuell ist sie auf sich alleine gestellt und hat keine Verwandtschaft mehr an die sie sich wenden könnte, da in dem kleinen Ausschnitt aus ihrem Leben, den der Text bildet, von keiner Person die Rede ist, mit der sie in irgendeiner vertrauten Art und Weise interagiert. Auch ihre Verbittertheit und ablehnende Haltung der Welt gegenüber lässt auf einen negativen Erfahrungswert in der Vergangenheit schließen; höchstwahrscheinlich hat sie Enttäuschung oder Ablehnung erfahren. Beim Leser bildet sich dadurch ein Bild einer typischen konservativen Frau, die keinen Spaß versteht und das Lachen regelrecht verlernt hat. Ihre einzige Befriedigung ist es durchs Fenster hindurch ihre Umwelt zu beobachten und man kann sich denken, dass sie es auch genießt diese maßzuregeln und auf Fehler hinzuweisen. Die Protagonistin ist sehr verbittert, weil sie anscheinend auch der Meinung ist, dass niemand nach ihr fragt und sie selbst daher auch niemanden braucht. Dies macht sie sehr unsympathisch und man empfindet Mitleid für den alten schwerhörigen Mann, dem sie die Polizei auf den Hals hetzt, wobei der keinerlei böse Absichten hatte und im Gegenteil für den kleinen Jungen noch den Bespaßer gespielt hat. Die harmlose, kindliche Art der Selbstjustiz des kleinen Jungen am Schluss stellt für den Leser sozusagen eine Art Erleichterung da, weil die Erwachsenen einen Dämpfer bekommen.

Zwar liegt ein klassisches Sender-Empfänger-Problem vor, doch die Rezeption der beiden Parteien ist besonders unterschiedlich, da sie unterschiedlichen prägenden Prozessen ausgesetzt waren. Während der alte Mann wohl immer das Glück gehabt hatte sich noch ein Stück seiner kindlichen Seite zu bewahren, da er vielleicht mit Kindern konfrontiert war und immer wieder erbauliche Erlebnisse verzeichnen konnte, war dies bei der verbitterten Frau nicht der Fall. Sie wurde vom Leben bereits so abgestumpft, dass sie – selbst wenn sie wollte – nicht mehr zu so etwas fähig wäre, da ihr Organismus dies nicht erlaubt.



3.

Mir persönlich hat die Geschichte gut gefallen, da sie durch ihre klaren Kontraste sehr fesselnd auf mich wirkte. Ich empfand es als besonders reizvoll, dass man sich zwei bestimmte Charaktere ausmalen kann und sich diese Persönlichkeiten allerdings bereits schon vor Ende der Geschichte herauskristallisieren. Diese neckische Verwobenheit gibt der Geschichte das gewisse Etwas. Auch wenn die Aktionen des alten Mannes Konfusion in mir weckten, so gelang es mir trotzdem nicht gegen ihn und seine undurchsichtigen Handlungen eine Aversion zu hegen. Bei der Frau allerdings war es allerdings so, dass sie mit fortschreitender Geschichte immer unsympathischer wurde und sie zu etwas avancierte, das wir höchstwahrscheinlich alle so kennen:

Eine verbitterte, alte Zicke, die gerne anderen den Spaß verdirbt, da sie selbst sich noch nicht einmal mehr im Entferntesten daran erinnern kann, wie es ist ungezwungen herumzualbern. Ihr ist es wichtiger in der Öffentlichkeit ihr Gesicht zu wahren, obwohl sie diese insgeheim verabscheut und solche Menschen wie den Alten eigentlich nur beneidet. Der alte Mann gehört meiner Meinung nach einer aussterbenden Rasse an, denn leider musste ich die Erfahrung machen, dass die Mehrheit älterer Menschen zur Freude nicht mehr fähig ist und durch sehr rüpelhaftes, ungehobeltes Verhalten auf sich aufmerksam macht.

2.10.10 13:36


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